Screening [3] – die BDA Galerie zeigt: Dan Graham – Death By Chocolate: West Edmonton Shopping Mall (1986-2005)

Dan Graham, Death by Chocolate, Videoloop
Courtesy of Electronic Arts Intermix (EAI), New York

am 17. Oktober 2011 um 19 Uhr

zeigen wir in der BDA Galerie, Mommsenstr. 64

Dan Graham – Death by Chocolate: West Edmonton Shopping Mall (1986-2005)

Im Anschluss an den Film sprechen Ellen Blumenstein (Kuratorin, THE OFFICE, Berlin) und Roger Bundschuh (Architekt) über Shopping Malls als architektonische und soziale Orte, und über die Filme des Künstlers und Architekturliebhabers Dan Grahams.

Death by Chocolate setzt das bewegte Bild der Videokamera ein, um über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten hinweg das Leben und die Architektur einer kanadischen Shopping-Mall in der Nähe des Wohnorts des Künstlers zu dokumentieren. Beinahe ausdruckslos und daher humorvoll öffnet sie eine Wahrnehmung der andauernd vorherrschenden, wenngleich immer wieder neu bearbeiteten Formen, die das Künstliche beherbergen. In ihrer alltäglichen Normalität berührt sie jedoch auch das Leben des Konsums und die ‚Freizeitaktivitäten’ ihrer Stammkunden. Von der vermutlich aus Plastik bestehenden Innen?ora um einen Wasserpark in der Mitte der Mall bis zu den halbnackten, auf dem Dach der architektonischen Konstruktion sonnenbadenden Menschen lädt uns Graham ein, über die Umkehrung von ‚Natur’ und ‚Kultur’ innerhalb dieses Ortes nachzudenken. Wie die Pavillons, mit denen er in den letzten Jahrzehnten gearbeitet hat, rufen diese Bezüge eine Tradition auf, die bis zu den Barock- und Rokokogärten zurückreicht, und jene von Menschenhand geschaf-fenen Abbilder Arkadiens oder des Paradieses hervorgebracht hat.

Screening [2] – die BDA Galerie zeigt: Charlotte Ginsborg – The Mirroring Cure (2006)

Regie: Charlotte Ginsborg
28min
16mm

16. Mai 2011

Die BDA Galerie zeigt im Rahmen ihrer Reihe zu Film- und Videoscreenings am Montag, den 16. Mai 2011 um 20 Uhr den Film The Mirroring Cure (2008) von Charlotte Ginsborg (Ein Extrakt finden Sie auf dem Vimeo-Profil der Künstlerin). Im Anschluss an die Filmpräsentation diskutieren Ellen Blumenstein (Kuratorin, THE OFFICE, Berlin) und Alexander Koch (Kurator/Theoretiker/Galerist, Berlin) über die Themen des Films.

Charlotte Ginsborg wählt als Setting eine Hochhaus-Baustelle in London, um die Beziehungen zwischen städtischer Infrastruktur und ihren Bewohnern sowie deren persönlichem Verhältnis zu ihrer Arbeit zu untersuchen. Der Plot fokussiert auf eine Empfangssekretärin, die mehr über den Ansporn, die Hoffnungen und Ängste der mit dem Neubau betrauten Menschen erfahren möchte und sich entschließt, diese in Interviews zu befragen. Auf 16 mm über einen Zeitraum von zwei Jahren gedreht, zeigt der Film ein intimes Portrait von fünf “working lives“ vor dem Hintergrund der dominierenden, sich stetig wandelnden architektonischen Umgebung der Großbaustelle. So erlebt der Zuschauer die Geschichte eines Architekten, der sein Gleichgewicht verloren hat und wird Zeuge, wie dieser – mit dem Fortschreiten des Großprojekts zunehmend durch sein Leiden beeinträchtigt – eine surreale und bizarre Methode zur Lösung seines Problems entwickelt.

Atmosphärisch zwischen Dokumentation und Fiktion angelegt, lässt The Mirroring Cure den Zuschauer im Unklaren darüber, was Wirklichkeit ist und was Inszenierung. Auch bleibt ungewiss, inwieweit die dargestellten Charaktere echt sind oder konstruiert. Auf diese Weise legt der Film dar, wie sich die Individuen mit ihren sehr privaten Erfahrungen im Bereich des Öffentlichen zurechtfinden und wie wir dies als Zuschauer werten, während wir uns durch die Stadt bewegen.

Präsentation mit Gespräch am 16. Mai 2011, 20 Uhr

BDA Galerie

Mommsenstr. 64
10629 Berlin
Tel.: 030.88 68 32 06
Fax: 030.88 68 32 16
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