40/40 [8]: Aufruf zur Teilnahme!

→ Kuratorium der BDA Galerie Berlin, verantwortlich: Andrew Alberts, Armin Behles und Urs Füssler

[8] Infrastruktur

Statements zum architektonischen Potential neuer Netze für die Stadt gesucht

Das Wachstum der europäischen Metropolen im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde über die Infrastruktur gelenkt. Die Städte entwickelten sich längs neu ausgelegter Ver- und Entsorgungswege. Die Verkehrsknoten wurden zu Orten, an denen urbanes Leben kondensierte. Selbstverständlich bedurften diese einer architektonischen Formulierung. In Berlin entwarf Ludwig Hoffmann Stadtbrücken und Alfred Grenander die U-Bahn, in Wien gestaltete Otto Wagner die bauliche Fassung der Wasserwege und der Stadtbahn.

Nach dem zweiten Weltkrieg überließen die Architekten derlei Bauaufgaben zunehmend ihren Ingenieurskollegen. Infrastruktur wurde immer mehr zum notwendigen Übel, das aufgeständert oder unter die Erde verbannt wurde. In den Siebziger Jahren fand die Architektur das letzte Mal die Kraft, die Strukturen und Prozesse, die eine Stadt am Leben erhalten, in Form zu übersetzen. Hierfür stehen Namen wie Rainer Rümmler oder Ludwig Leo. Heute sind höchstens noch Großflughäfen und Hauptbahnhöfe Gegenstand von Wettbewerben und Architekturdiskussionen.

Gute Häuser machen noch keine Stadt. Wenn wir heute darüber diskutieren, wie sich Berlin weiterentwickeln soll, übersehen wir, dass der Erfolg neuer Quartiere wesentlich von ihrer Erschließung und Versorgung abhängt. Wir vergessen, dass sich die massive – und unseren Berufsstand bis heute traumatisierende – Kritik an den Großsiedlungen in Ost und West mindestens genauso aus den infrastrukturellen Defiziten wie aus architektonischer und sozialer Monotonie speiste. Als Trabantenstädte ohne ausreichende Versorgung und Verbindung zum Stadtkörper waren sie vom urbanen Leben abgehängt.

Berlin wächst. Die städtische Infrastruktur muss mitwachsen. Alte Netze bedürfen der Erneuerung, neue Netze kommen dazu. Wie können wir über sie das Wachstum steuern und gestalten? Wie werden alternative Formen der Mobilität, Warendistribution und Telekommunikation die Stadt transformieren? Die BDA Galerie fragt nach dem architektonischen Potential, das diesen Entwicklungen innewohnt. Wir suchen nach Entwürfen, die verlorenes Terrain für unser Metier zurückerobern und behaupten: Infrastrukturfragen sind auch Architekturfragen!

Vierzigaufvierzig

Die Reihe ist ein Beitrag der BDA-Galerie zur Architektur- und Städtebaudiskussion in Berlin. Mitglieder und interessierte Kollegen werden gebeten, zu relevanten Fragen der baulichen Entwicklung der Stadt skizzenhaft im Format der klassischen Papierserviette – 40 cm ✕ 40 cm – ihre Position zu formulieren und im Rahmen einer Ausstellung zur Diskussion zu stellen. Alle Beiträge werden in der BDA Galerie präsentiert und bei der Ausstellungseröffnung durch externe Kritiker kommentiert.

Dabei geht es um ein Forum von Ideen, nicht jedoch um einen klassischen Ideenwettbewerb. Statt auf aufwändige und ausformulierte Beiträge zielen wir über das Medium der Entwurfsskizze auf die noch fragile Intensität eines ersten Entwurfsgedankens. Wir erwarten pointierte Statements, mit denen sich der BDA Berlin als ein Zusammenschluss von Architekten präsentiert, die sich mit der Stadt auseinandersetzen und ihre Ideen in den öffentlichen Diskurs einbringen.

Modalitäten

1. ABGABE

  • Der Beitrag wird in Skizzenform im Format 40cm ✕ 40cm erbeten. Die Arbeitsform und das Material sind dabei frei bestimmbar. Alle Beiträge werden zur Präsentation in der BDA Galerie ausgestellt und sollten für eine Wandhängung vorbereitet sein. Der Beitrag ist nur auf der Rückseite mit dem Namen des Verfassers zu versehen. Die namentliche Kennzeichnung für die Ausstellung übernimmt das kuratorische Team.
  • Der Beitrag wird zusätzlich als pdf-Format sowie als jpg (300 dpi bei 15 ✕ 15 cm, druckfähig auf Datenträger, versehen mit dem Namen des Verfassers) erbeten, um die Pressearbeit etc. zu erleichtern. Darüber hinaus erbitten wir die angehängte Verfassererklärung mit vollständigen Kontaktdaten des Verfassers als Word-/Textdatei oder pdf sowie als Ausdruck.
  • Das Kuratorium der BDA-Galerie Berlin behält sich das Recht vor, die eingegangenen Beiträge zu publizieren. Sämtliche Beiträge werden im Blog des BDA Berlin veröffentlicht. Auch die früheren Beiträge von Vierzigaufvierzig sind einsehbar unter https://blog.bda-berlin.de/category/bda-galerie/vierzigaufvierzig/

2. ANSPRECHPARTNER

Andrew Alberts, vierzigaufvierzigbda@gmail.com

3. KRITIKER

Die Beiträge werden im Rahmen der Ausstellungseröffnung von vier externen Kritikern besprochen:

  • Hartmut Reupke, Abteilungsleiter Verkehr in der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
  • Jürg Füssler, Mitglied der Geschäftsleitung der Forschungs- und Beraterfirma Infras AG, Zürich
  • Markus Penell, Architekt bei Ortner & Ortner Baukunst, Berlin/Wien
  • Anca Timofticiuc, Architektin bei Mensing Timofticiuc Architects, Berlin, Professorin an der Universität Kassel

4. ZEITABLAUF

Aufruf zur Teilnahme:
Montag, 19. Februar 2018

Abgabe der Beiträge:
bis 22. März 2018, 15 Uhr
BDA Galerie, Bund Deutscher Architekten BDA, Landesverband Berlin e.V.,
Mommsenstraße 64, 10629 Berlin
Öffnungszeiten: Mo, Mi und Do 10-15 Uhr sowie nach Vereinbarung

Ausstellungseröffnung:
Dienstag, 17. April 2018, 19 Uhr, BDA Galerie

Ausstellung:
18. April – 17. Mai 2018
Öffnungszeiten der Galerie: Mo, Mi und Do 10–15 Uhr sowie nach Vereinbarung

5. DOWNLOADS


 

Ein Kommentar

  1. Pingback: 40/40 [8] – die BDA Galerie zeigt: Infrastruktur | Blog BDA Berlin

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